In vielen Unternehmen wurde Home Office vor einigen Wochen quasi über Nacht eingeführt und ist inzwischen zum neuen Normalzustand geworden. Auch ein Großteil des pcvisit Teams arbeitet seitdem zuhause. Viele von uns haben zwar zuvor bereits ab und an mal einen Tag im Home Office verbracht, allerdings war das bislang in den meisten Fällen eher die Ausnahme. Wie fühlt es sich an, auf einmal isoliert von den Kollegen von zuhause aus zu arbeiten? Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Team? Unsere Mitarbeiter erzählen von ihren Erfahrungen aus dem Home Office und was sie aus der derzeitigen Lage gelernt haben.

“In Schulnoten würde ich Home Office eine 2 + geben”

Für Robert, leidenschaftlicher Kundenberater bei pcvisit, ist das allerwichtigste im Home Office die Struktur. “Wenn man sich selbst nicht diszipliniert und an eine gewisse Struktur hält, läuft man ins Messer.” Bevor er morgens loslegt, geht Robert eine Runde mit seinem Hund raus um fit zu werden, danach setzt er sich an den Wohnzimmertisch und nutzt seine produktivste Zeit – vormittags – aus. Ein separates Arbeitszimmer hat er nicht, aber das stört ihn nicht weiter. Wenn er wirklich Ruhe braucht, zum Beispiel um ein Webinar durchzuführen, zieht er sich ins Gästezimmer zurück. Ob er das Gefühl hat, zuhause oder im Büro produktiver zu sein? “Schwer zu sagen, ist ein anderes arbeiten”, mein Robert. “Einerseits würde ich sagen, dass das Ablenkungs-Potential geringer ist, weil weniger direkte Anfragen von Kollegen kommen, andererseits ist es natürlich auch irgendwie ein Nachteil, dass man keinen Präsenz-Kontakt hat. Und klar, das semi-private Umfeld kann auch ablenken.”

Robert’s Fazit: “Ich freu mich auf’s Büro!” Darum möchte er auch weiterhin den Großteil der Zeit dort arbeiten, sobald es wieder möglich ist. Wichtig ist es seiner Meinung nach trotzdem, immer mal wieder ein paar Tage im Home Office einzubauen. So bleibt man flexibel und kann sich auf wechselnde Gegebenheiten schnell einstellen, ohne sich erst groß wieder umgewöhnen zu müssen.

“Man muss sich mental auf den Arbeits-Modus einstellen”

Unser Frontend-Developer Oliver hingegen ist Home Office bestens gewöhnt. Bedingt durch langjährige Arbeit als Freelancer ist für ihn das Arbeiten in den eigenen vier Wänden fast normaler als der Gang ins Büro. Was er sich gleich zu Anfang angewöhnt hat, ist sich für die Arbeit im Home Office genauso fertig zu machen, wie wenn er aus dem Haus gehen würde. “Das ist total wichtig um in den richtigen Modus reinzukommen und sich mental auf Arbeit einzustellen”, so Oliver. Dazu gehört sowohl ein kurzes Fitnessprogramm am Morgen als auch normale Straßenkleidung zu tragen

In seinem separaten Bürozimmer kann Oliver ungestört arbeiten, “es sei denn es gibt mal wieder eine laute Baustelle”, lacht er. Feste Pausenzeiten setzt er sich eigentlich nicht. “Wie auch im Büro hole ich mir eben ab und zu mal eine Kaffee”, Mittag isst er meistens nebenbei an seinem Arbeitsplatz. Aber trotz eigenem Arbeitszimmer meint Oliver, dass man im Büro produktiver arbeitet, weil man sich eben doch leichter ablenken lässt wenn man zuhause ist. Außerdem sind die Wege zwischen den Kollegen kürzer, der Informationsfluss schneller. Andererseits genießt er auch die Flexibilität im Home Office. Abends ist er am produktivsten, das kann er im Home Office gut nutzen. “Im Büro ist man ja dann doch mehr oder weniger an die offiziellen Zeiten gebunden.” Auf einen von beiden Arbeitsplätzen festlegen möchte er sich nicht, weil seiner Meinung nach beides seine Vor- und Nachteile hat.

“Mit kleinen Kindern ist eine gute Orga als Familie superwichtig”

Auch für André aus dem Team Kommunikation ist Home Office nichts Neues. Als Freelancer ist er das Arbeiten in der eigenen Wohnung gewöhnt. Darum ist der Tagesablauf mit festen Eckpunkten, wie etwa das gemeinsame Frühstücken mit der Familie, für ihn bereits Routine. An einem entsprechend eingerichteten Arbeitsplatz im Bürozimmer mangelt es ihm auch nicht. Was allerdings das Arbeiten erschwert, sind die zwei kleinen Kinder die wegen Kita-Schließung aktuell zuhause bleiben müssen. “Wenn die Kleine dann zum Beispiel in mein Arbeitszimmer kommt, möchte sie meine Aufmerksamkeit. Sie macht da keinen Unterschied zwischen Büro und Kinderzimmer. ” Glücklicherweise wohnt der Onkel der Kinder direkt in der Nachbarwohnung und kümmert sich zwei Nachmittage die Woche um sie. In dessen Küche ist mittlerweile auch eine Art Co-Working Space entstanden, den André öfter nutzt um in Ruhe zu arbeiten.  

Nichtsdestotrotz ist nach dem Mittagessen erstmal Schluss mit Arbeiten. “Ich mach dann abends weiter wenn die Kinder im Bett sind.” Je nach Thema und “Flow” sitzt er dann auch mal länger. Dafür hat die “Freelancer-Familie” es sich zur Regel gemacht, die Wochenenden komplett arbeitsfrei zu gestalten. Fazit: “Also auf Dauer ist Home Office mit Kindern, die rund um die Uhr zuhause sind, keine Lösung”, lacht André.

“Home Office ohne richtigen Grund ist irgendwie komisch”

Andreas, Leiter unseres Support-Teams bei pcvisit, kennt Home Office bislang eher als Ausnahmefall, etwa wenn sich innerhalb der Arbeitszeit ein Handwerker angekündigt hat. Eingerichtet hat er sich seinen Arbeitsplatz an seiner privaten Schreibtisch-Ecke. “Eigentlich hatte ich alles was ich brauche schon da, ich habe mir nur noch einen 2. Monitor dazu gestellt, damit es sich besser arbeiten lässt” meint er. An und für sich stört ihn niemand bei der Arbeit, “da ist es hier ruhiger als im Büro und meistens trage ich sowieso ein Headset.” Das ist übrigens kabellos, beim Telefonieren geht er gerne ein paar Schritte durch die Wohnung. Denn “Gehen hilft beim Denken”, lacht Andreas. 

Der größte Vorteil am Home Office? Auf jeden Fall dass der Arbeitsweg wegfällt. Man ist nach Feierabend einfach direkt zuhause und kann sich somit auch viel früher private Termine setzen. “Allerdings braucht man auch viel mehr Eigenmotivation, weil die Ablenkung einfach größer ist, gerade wenn man an seinem privaten Rechner arbeitet,” meint Andreas. Manche Aufgaben gehen ihm im Home Office leichter von der Hand, andere wiederum sind wesentlich umständlicher zu lösen, z.B. wenn verschiedene digitale Arbeitsplätze koordiniert werden müssen. Schlussendlich freut sich Andreas darauf, wenn er wieder ins Büro kann, dauerhaft “grundlos” im Home Office zu arbeiten kann er sich jedenfalls nicht vorstellen.

Und das Arbeiten im Team? Hier sind sich eigentlich alle einig: die spontane Umstellung auf die digitale Zusammenarbeit hat für das pcvisit-Team super und unkompliziert geklappt. Klar, an einigen Stellen hakt es noch etwas und es muss nachgebessert und an den Feinheiten der digitalen Kommunikation gearbeitet werden, aber prinzipiell sind alle positiv überrascht. Prozessketten funktionieren störungsfrei und auch die tägliche Zusammenarbeit läuft gut, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, über Slack Nachrichten zu schicken oder anzuklingeln, anstatt eben einfach im Nachbarbüro vorbeizuschauen.  

Für uns alle ist die spontane Umstellung auf “fulltime-Home Office” auf jeden Fall eine spannende Erfahrung, aus der wir einiges lernen konnten. Klar ist: die digitale Zusammenarbeit, gemeinsame Lernbereitschaft und Flexibilität haben dazu beigetragen, dass wir als Team noch weiter zusammengewachsen sind und gemeinsam gespannt in die Zukunft schauen.

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